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PK-Einkauf oder freies Sparen?
8. Juli 2026 | Dr. Thomas Hauser

Börsengewinne sind Schmerzensgeld

Nach der grenzenlosen Euphorie bei KI-Titeln im April und Mai gab der Nasdaq im Juni an einzelnen Tagen über 4% nach. Da und dort waren Kommentare zu lesen über diese grossen Tagesbewegungen. Wenn sich gewisse Investoren – oder Spekulanten? – nach einzelnen Negativtagen schon Sorgen machen, wirft dies Fragen auf.

Ein Aktieninvestor muss grosse Wertschwankungen aushalten können. Dabei ist nicht primär die Kursbewegung des einzelnen Tages relevant für das «Schmerzempfinden», sondern wie lange sich der Markt schon in einem Negativtrend bewegt und was er in Summe bisher verloren hat. Lange Negativperioden sind zermürbend; das Gefühl kennt heute eine ganze Anlegergeneration nicht mehr, da die grossen, langen Krisen über 17 respektive 23 Jahre zurückliegen.

Die Tabelle zeigt die 5 grössten Tagesverluste des Schweizer Aktienmarktes (UBS 100 Index) seit gut einem Viertel Jahrhundert sowie die Krise, in welche diese Tagesverluste eingebettet waren.

Datum

Tagesverlust

Krise

von

bis

Dauer der Krise

Gesamtverlust

12.03.20

-9.1%

Coronakrise

20.02.20

23.03.20

1 Monat

-27.1%

15.01.15

-8.6%

Ende Kursuntergrenze Euro

14.01.15

16.01.15

3 Tage

-14.7%

10.10.08

-7.3%

Finanzkrise

04.06.07

09.03.09

1 Jahr 9 Monate

-55.0%

11.09.01

-6.8%

Dotcom- und 9/11-Krise

24.08.00

12.03.03

2 Jahre 7 Monate

-56.7%

06.10.08

-5.9%

Finanzkrise

04.06.07

09.03.09

1 Jahr 9 Monate

-55.0%

Zermürbend waren die beiden langen, grossen Krisen, in welchen der Portfoliowert jeweils temporär mehr als halbiert worden ist. Die älteren Investoren werden sich noch sehr gut erinnern können. Für die jüngeren Anleger bietet dies Möglichkeit zur Veranschaulichung, was man in einer Baisse aushalten können muss. Die Börsenlegende André Kostolany meinte: «Gewinne an der Börse sind wie Schmerzensgeld. Erst kommen die Schmerzen und dann das Geld.» Für viele Investoren, die noch nicht so lange am Markt sind, dürfte es umgekehrt laufen: «Zuerst kommt das Geld, dann die Schmerzen.»